Beim Leben meiner Schwester. Buch vs. Film

Posted on 10. Mai 2011

9



Da muss ich jetzt mal meinen Senf zu ablassen. Ich habe das Buch : Beim Leben meiner Schwester gelesen (gestern zuende) . Mit folgendem Klappentext

“ Ohne ihre Schwester Anna kann Kate Fitzgerald nicht leben: Sie hat Leukämie. Doch eines Tages weigert sich die dreizehnjährige Anna, weiterhin Knochenmark für ihre todkranke Schwester zu spenden….“

Ich habe keine Woche für das Buch gebraucht und war somit in der Geschichte drin. Gestern Nachmittag las ich es dann zuende und konnte gar nichts anderes als heulen. Es war einfach nur total bewegend. Die ethische Frage um die es in diesem Buch geht hat mich von Anfang an grübeln lassen. Ein weiteres Kind zu bekommen um das andere zu retten bzw. sein Leben zu verlängern . Ist das Ok? Einen Menschen schaffen der 100% das Genmaterial des anderen hat und somit hart gesagt als Ersatzteillager dient?

Der Film wirft zwar interessante Fragen über körperliche Selbstbestimmung und die Möglichkeiten neuer medizinischer Verfahren wie der Präimplantationsdiagnostik auf, kratzt also an Problemen von Ethik und Wissenschaft, von Möglichkeit und Verbot – verfolgt sie aber nicht weiter.  Dadurch unterschlägt der Film schlicht und einfach die brisante Frage: Wie viele Kinder mussten im Reagenzglas erzeugt werden, um dann mittels Präimplantationsdiagnostik , die erwünschten Merkmale aufzuweisen, um ihrer Schwester Kate Knochenmark zu spenden? Die in ethischer Hinsicht zentrale Frage: „Wie weit darf der Mensch Gott spielen, wenn er selbst festlegt, welches Embryo sich bis zur Geburt entwickeln darf und welches nicht?“ stellt der Film erst recht nicht.

Der Film will  Tränen. Was auch klappt, schließlich ist es eine traurige Geschichte. Oft aber wird eine Szene einfach nur so lange dramatisiert, bis es wirklich zum Weinen ist: Die Familie am Strand sitzend. Ein lachendes Gesicht hinter das nächste, einen verständnisvollen Blick neben den anderen, eine Einstellung des Sonnenuntergangs über die folgende; selbst für einen Werbespot wäre das zu viel des Guten ^^

Die Bilder bestehen vor allem aus Gesichtern in Großaufnahme vor unscharfem Hintergrund und dem ewig sich wiederholenden Blick der besorgten Eltern auf das kranke Kind. Dazu werden traurige Songs zu Gitarre oder Klavier gespielt. Die Handlung besteht im Wesentlichen aus länglichen Rückblenden, in denen es um der kranken Kate erste Liebe geht, das erste Ballkleid oder den ersten Sex. Mit einem jungen Mann, den sie im Krankenhaus kennenlernt.

Das Ende ist auch ein völlig anderes im Film. Verraten will ich es hier nicht aber das Ende im Buch gefällt mir persönlich besser.

Generell kann ich sagen, das es einer sehr gutes Buch ist und eine enttäuschende Verfilmung des selbigen. Einfach weil der Regisseur sich nicht die Mühe macht die heikle Thematik umzusetzen sondern wirklich pausenlos auf die Tränendrüse drückt, und somit empfehle ich allen lest das Buch und schaut euch nicht den Film an wenn ihr neugierig seid wieso eine 13jährige das Recht auf Selbstbestimmung ihres Körpers einklagt und was alles dahinter steckt.

Advertisements
Posted in: Leben